Die Preismodelle von AWS, Azure und Google Cloud sind legendär komplex. Hunderte von Diensten, tausende von Preispositionen und eine Abrechnung, die selbst IT-Profis ins Schwitzen bringt. Für KMU bedeutet das: Ohne Kostenbewusstsein zahlen Sie schnell das Doppelte des Notwendigen. Dieser Artikel entlarvt die häufigsten versteckten Kostenfallen.
Die 7 versteckten Kostenfallen
- Egress-Kosten: Daten in die Cloud zu laden ist kostenlos. Daten herauszuholen kostet Geld – bei AWS zwischen 0,05 und 0,09 USD pro GB. Bei hohem Datenverkehr summiert sich das erheblich.
- Interregionale Transfers: Daten zwischen Cloud-Regionen zu übertragen kostet extra. Wer Backups in einer anderen Region speichert, zahlt doppelt: für den Transfer und den Speicherplatz.
- Snapshot-Akkumulation: Automatische Snapshots sind nützlich, aber ohne Lifecycle-Policy sammeln sich Terabytes an ungenutzten Snapshots an.
- Elastic IP-Adressen: Ungenutzte reservierte IP-Adressen kosten bei AWS Geld – ein häufig übersehener Posten.
- NAT-Gateway-Gebühren: Jeder Traffic, der über ein NAT-Gateway läuft, wird pro GB berechnet – zusätzlich zum normalen Egress.
- Überdimensionierte Instanzen: Eine m5.xlarge statt einer t3.medium kann den monatlichen Preis verfünffachen, ohne erkennbaren Nutzen.
- Ungenutzte Reserved Instances: Reservierungen, die nicht genutzt werden, kosten trotzdem – für die gesamte Vertragslaufzeit.
Kostenvergleich: On-Demand vs. Reserved vs. Spot
| Abrechnungsmodell | Rabatt vs. On-Demand | Bindung | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| On-Demand | Referenzpreis | Keine | Kurzfristiger, unplanbarer Bedarf |
| Reserved (1 Jahr) | 30-40% günstiger | 1 Jahr | Stabile Basis-Workloads |
| Reserved (3 Jahre) | 50-60% günstiger | 3 Jahre | Langfristig stabile Dienste |
| Spot Instances | 60-90% günstiger | Keine (kann jederzeit beendet werden) | Batch-Jobs, nicht-kritische Verarbeitung |
5 Maßnahmen zur Cloud-Kostenkontrolle
- Budget-Alarme einrichten, die bei Überschreitung von Schwellenwerten warnen
- Tagging-Richtlinien durchsetzen: Jede Ressource wird einem Team und Projekt zugeordnet
- Monatliche Kostenreviews mit den verantwortlichen Teams durchführen
- Automatisches Abschalten von Entwicklungsumgebungen außerhalb der Arbeitszeiten
- Cloud-Kosten-Tools wie AWS Cost Explorer, Azure Cost Management oder CloudHealth nutzen
Wir unterstützen KMU bei der Optimierung ihrer Cloud-Infrastruktur und -Kosten. Kontaktieren Sie uns für ein Cloud-Kosten-Audit.
Fazit
Cloud-Kosten sind komplex, aber beherrschbar. Wer die versteckten Kostenfallen kennt und systematisch gegensteuert, kann seine Cloud-Ausgaben um 20 bis 40 Prozent senken. Transparenz ist der erste Schritt – und diese beginnt mit dem Verständnis der Preismodelle.