Doğan Ucar
Doğan Uçar
Geschäftsführer

Studien zeigen, dass KMU durchschnittlich 25 bis 35 Prozent ihrer SaaS-Lizenzen nicht aktiv nutzen. Bei einem typischen SaaS-Budget von 2.000 bis 10.000 Euro monatlich summiert sich das auf tausende Euro verschwendetes Budget pro Jahr. Ein systematisches Lizenz-Audit deckt diese Verschwendung auf.

Schritt 1: Vollständige SaaS-Inventarisierung

Der erste und wichtigste Schritt ist die vollständige Erfassung aller genutzten SaaS-Dienste. Das klingt trivial, ist aber in der Praxis eine Herausforderung, weil viele SaaS-Abonnements dezentral über einzelne Abteilungen oder sogar einzelne Mitarbeiter abgeschlossen werden (Shadow IT).

Methoden zur Erfassung:

  • Buchhaltung: Alle wiederkehrenden Zahlungen an Software-Anbieter extrahieren
  • Kreditkartenabrechnungen: Insbesondere Firmenkreditkarten einzelner Mitarbeiter prüfen
  • E-Mail-Suche: Nach Rechnungs-E-Mails und Abo-Bestätigungen suchen
  • Browser-Erweiterungen: Tools wie Zylo oder Productiv erkennen SaaS-Nutzung automatisch
  • SSO-Auswertung: Wenn Single Sign-On im Einsatz ist, liefert es wertvolle Nutzungsdaten

Schritt 2: Nutzungsanalyse pro Tool

Für jedes identifizierte SaaS-Tool erfassen Sie folgende Daten:

KriteriumWas Sie erfassen
Anzahl gebuchter LizenzenWie viele Nutzerplätze zahlen Sie?
Anzahl aktiver NutzerWie viele Nutzer haben sich in den letzten 30 Tagen angemeldet?
NutzungsintensitätWie häufig und wie lange wird das Tool genutzt?
Gebuchter TarifWelche Funktionen sind im Tarif enthalten und welche werden genutzt?
VertragslaufzeitWann ist die nächste Kündigungsmöglichkeit?

Schritt 3: Kategorisierung und Priorisierung

Ordnen Sie jedes Tool in eine von vier Kategorien ein:

  • Behalten: Tool wird aktiv genutzt, Tarif passt, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Optimieren: Tool wird genutzt, aber der Tarif ist zu groß oder es gibt eine günstigere Alternative
  • Kündigen: Tool wird nicht oder kaum genutzt – sofort kündigen
  • Konsolidieren: Tool überschneidet sich funktional mit einem anderen Tool – zusammenführen

Schritt 4: Maßnahmen umsetzen

Basierend auf der Kategorisierung setzen Sie die Maßnahmen um. Priorisieren Sie dabei nach dem größten Einsparpotenzial:

  1. Sofort kündigen: Alle Tools in der Kategorie „Kündigen" sofort zum nächstmöglichen Termin abbestellen
  2. Tarife anpassen: Überdimensionierte Tarife auf den passenden Plan herunterstufen
  3. Lizenzen reduzieren: Ungenutzte Nutzerplätze abmelden und die Lizenzanzahl reduzieren
  4. Alternativen prüfen: Für teure Tools günstigere Alternativen evaluieren
  5. Konsolidierung planen: Überlappende Tools zusammenführen – mit Migrationszeitplan

Schritt 5: Prozess institutionalisieren

Ein einmaliges Audit ist gut, ein regelmäßiger Prozess ist besser. Etablieren Sie diese Routinen:

  • Quartalsweise Review aller SaaS-Kosten und Nutzungsdaten
  • Genehmigungsprozess für neue SaaS-Abonnements (kein Tool ohne Freigabe)
  • Automatische Alerts bei neuen Abo-Buchungen über Firmenkreditkarten
  • Jährliche Neuverhandlung mit den größten SaaS-Anbietern

Mehr über die Vor- und Nachteile von SaaS-Anwendungen erfahren Sie in unserem Artikel Vorteile von SaaS-Anwendungen in Unternehmen. Wenn Sie Unterstützung bei Ihrem SaaS-Audit benötigen, kontaktieren Sie uns.

Fazit

Ein systematisches SaaS-Lizenz-Audit deckt typischerweise 25 bis 35 Prozent Einsparpotenzial auf. Der Aufwand für das Audit beträgt ein bis zwei Arbeitstage – die Einsparungen wirken dauerhaft. Machen Sie das Lizenz-Audit zu einer festen Routine in Ihrem Unternehmen.

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