Der Moment kommt selten gelegen: Die Warenwirtschaft wirft einen Fehler, das Kundenportal ist nicht erreichbar oder der Shop nimmt keine Bestellungen mehr an. Sie greifen zum Telefon und wollen den Entwickler anrufen, der das System vor Jahren gebaut hat. Doch die Nummer ist abgeschaltet, E-Mails bleiben unbeantwortet, die Agentur steckt in der Insolvenz oder der Freelancer ist im Ruhestand. Von einem Tag auf den anderen betreiben Sie geschäftskritische Software, für die sich niemand mehr zuständig fühlt.
Diese Lage ist unangenehm, in den allermeisten Fällen aber beherrschbar. Entscheidend ist, dass Sie in den ersten Tagen die richtigen Dinge sichern und danach strukturiert einen neuen Dienstleister einbinden, statt hektisch über einen Neubau nachzudenken. Dieser Beitrag zeigt, welche Schritte in welcher Reihenfolge sinnvoll sind, wie eine Übernahme abläuft, was sie erfahrungsgemäß kostet und woran Sie erkennen, dass eine Ablösung die bessere Wahl wäre.
Was bedeutet es, Software übernehmen zu lassen?
Software übernehmen lassen heißt: Ein neuer Dienstleister verschafft sich vollständigen Zugriff auf Quellcode, Server und Daten, arbeitet sich systematisch in das bestehende System ein und verantwortet danach Betrieb, Wartung und Weiterentwicklung. Es geht ausdrücklich nicht darum, die Software neu zu bauen.
Der Unterschied ist für Ihre Kosten erheblich. Ein Neubau bedeutet, dass Sie jahrelang gewachsene Fachlogik noch einmal bezahlen, obwohl sie bereits funktioniert. Eine Übernahme baut auf dem auf, was da ist. Sie kostet in der Regel einen Bruchteil und liefert bereits nach wenigen Wochen wieder Handlungsfähigkeit: Fehler werden behoben, Sicherheitslücken geschlossen, kleine Anpassungen sind wieder möglich.
Was tun Sie in den ersten 48 Stunden?
Sichern Sie zuerst alle Zugänge und Daten, bevor Verträge auslaufen, Konten gelöscht oder Server abgeschaltet werden. Alles andere, auch die Suche nach einem neuen Dienstleister, kann warten. Was einmal weg ist, lässt sich oft nur mit großem Aufwand oder gar nicht rekonstruieren.
- Hosting und Server: Klären Sie, bei welchem Anbieter die Software läuft und auf wen der Vertrag lautet. Läuft er auf den Namen des verschwundenen Entwicklers, nehmen Sie umgehend Kontakt zum Hoster auf und leiten eine Vertragsübernahme ein. Prüfen Sie, ob die nächste Rechnung noch bezahlt wird, denn eine unbezahlte Rechnung führt zur Sperrung.
- Domain: Sehen Sie nach, wer als Inhaber der Domain eingetragen ist. Steht dort nicht Ihr Unternehmen, sondern die Agentur, sollte ein Inhaberwechsel ganz oben auf der Liste stehen. Eine verlorene Domain trifft Sie härter als ein verlorener Server, denn daran hängen auch Ihre E-Mail-Adressen.
- Quellcode und Repository: Finden Sie heraus, wo der Code liegt: in einem Git-Repository bei GitHub, GitLab oder Bitbucket, auf einem Firmenserver oder nur direkt auf dem Produktivsystem. Ziehen Sie eine vollständige Kopie inklusive Historie und legen Sie diese an einem Ort ab, auf den nur Ihr Unternehmen Zugriff hat.
- Datenbank und Dateien: Erstellen Sie einen vollständigen Export der Datenbank und sichern Sie hochgeladene Dateien, Dokumente und Bilder. Legen Sie diese Sicherung zusätzlich außerhalb des Servers ab, zum Beispiel auf einem verschlüsselten Datenträger im Haus.
- Backups prüfen: Fragen Sie nicht nur, ob Backups existieren, sondern wo sie liegen und wer darauf Zugriff hat. Ein Backup im Konto des ehemaligen Dienstleisters gehört Ihnen faktisch nicht. Testen Sie außerdem, ob sich ein Backup tatsächlich zurückspielen lässt.
- Lizenzen und Drittanbieter: Sammeln Sie alle externen Dienste, an denen die Software hängt: Zahlungsanbieter, Versanddienstleister, Mailversand, Kartendienste, Schnittstellen zu Ihrem Steuerberater. Notieren Sie, auf wen die Konten laufen und wer die Zugangsdaten hat.
- E-Mail-Postfächer und Passwörter: Prüfen Sie, ob technische Konten an eine E-Mail-Adresse des ehemaligen Entwicklers gebunden sind. Ist das der Fall, hinterlegen Sie eine Adresse Ihres Unternehmens, solange der Zugriff noch besteht. Passwörter sollten anschließend geändert und zentral in einem Passwortmanager abgelegt werden.
- Schriftlich dokumentieren: Halten Sie fest, wann Sie welchen Kontaktversuch unternommen haben und welche Antwort kam. Das hilft Ihnen später gegenüber Hostern, Registraren, einem Insolvenzverwalter und Ihrer Versicherung.
Wenn Sie bei dieser Bestandsaufnahme feststellen, dass Zugänge nur bei einer einzigen externen Person lagen, ist das zugleich ein Hinweis auf weitere offene Punkte in Ihrer IT. Unsere IT-Sicherheits-Checkliste für KMU hilft Ihnen, diese Lücken systematisch zu schließen.
Wem gehört der Quellcode, wenn der Entwickler weg ist?
Das hängt fast vollständig von Ihrem Vertrag ab. Wer eine Software beauftragt und bezahlt hat, erhält damit nicht automatisch den Quellcode, sondern zunächst nur das Recht, die fertige Software zu nutzen. Ein Anspruch auf Herausgabe des Quellcodes besteht in der Regel nur, wenn er ausdrücklich vereinbart wurde.
Diese Unterscheidung überrascht viele Geschäftsführer, ist aber Alltag. Typischerweise gilt: Der Umfang der eingeräumten Nutzungsrechte, etwa ob Sie die Software auch verändern und von Dritten weiterentwickeln lassen dürfen, steht im Angebot, im Vertrag oder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Sehen Sie deshalb zuerst in diese Unterlagen, bevor Sie handeln.
- Vertrag und Angebot prüfen: Suchen Sie nach Formulierungen zu Nutzungsrechten, Bearbeitungsrecht, Quellcode-Übergabe oder Verwertungsrechten. Auch alte E-Mails können Vereinbarungen belegen.
- Escrow-Vereinbarung: Manche Verträge sehen eine Hinterlegung des Quellcodes bei einer neutralen Stelle vor, die ihn bei Insolvenz oder Ausfall des Anbieters an den Kunden herausgibt. Prüfen Sie, ob es eine solche Hinterlegung gibt.
- Insolvenzfall: Ist über das Vermögen der Agentur ein Insolvenzverfahren eröffnet, ist der Insolvenzverwalter Ihr Ansprechpartner. Melden Sie Ihr Anliegen früh und schriftlich, denn Daten und Systeme werden im Verfahren oft zügig abgewickelt.
- Ruhestand oder Streit: Auch bei einem persönlichen Zerwürfnis lohnt ein sachlicher, schriftlicher Versuch, die Übergabe von Zugängen und Code gegen eine faire Aufwandsvergütung zu vereinbaren. Das ist meist schneller und günstiger als jede Auseinandersetzung.
Wichtiger Hinweis: Diese Darstellung ist eine allgemeine Orientierung und ausdrücklich keine Rechtsberatung. Ob und in welchem Umfang Sie Ansprüche haben, lässt sich nur anhand Ihrer konkreten Verträge beurteilen. Ziehen Sie im Zweifel einen auf IT-Recht spezialisierten Anwalt hinzu, bevor Sie größere Schritte einleiten.
Wie läuft die Übernahme durch einen neuen Dienstleister ab?
Ein seriöser Dienstleister übernimmt fremde Software nicht blind, sondern beginnt mit einer Bestandsaufnahme. Nach unserer Erfahrung dauert ein solches Code-Audit bei einem typischen KMU-System zwei bis fünf Arbeitstage, bevor überhaupt die erste Zeile Code geändert wird.
Der Grund ist einfach: Ohne belastbares Bild von Aufbau, Abhängigkeiten und Risiken ist jede Änderung ein Blindflug. Die Übernahme läuft deshalb in klar getrennten Schritten ab.
- Bestandsaufnahme und Code-Audit: Der Dienstleister sichtet Quellcode, Datenbankstruktur, Serverkonfiguration und Schnittstellen. Ergebnis ist ein schriftlicher Bericht mit Zustand, akuten Sicherheitsrisiken, veralteten Komponenten und einer Einschätzung des laufenden Wartungsaufwands.
- Reproduzierbare Umgebung schaffen: Die Software muss außerhalb des Produktivsystems startbar sein, üblicherweise als lokale Entwicklungsumgebung und als Testinstanz. Erst dann lassen sich Änderungen prüfen, bevor sie Ihre Kunden erreichen.
- Versionskontrolle einrichten: Liegt der Code nur auf dem Server, kommt er in ein Git-Repository, das auf Ihr Unternehmen läuft. Ab diesem Punkt ist jede Änderung nachvollziehbar und rückholbar.
- Dokumentation aufbauen: Es entsteht eine knappe, aktuelle Betriebsdokumentation: Wie startet das System, wo liegen welche Daten, welche Cronjobs laufen, welche externen Dienste hängen daran, wie wird ein Release ausgerollt.
- Abhängigkeiten und Sicherheit aktualisieren: Veraltete Bibliotheken, abgekündigte Sprachversionen und offene Sicherheitslücken werden priorisiert und in mehreren kontrollierten Schritten aktualisiert, beginnend mit den kritischsten.
- Übergang in den Regelbetrieb: Erst danach folgt der Wartungsvertrag mit festen Reaktionszeiten, regelmäßigen Updates, Monitoring und einem festen Ansprechpartner. Weiterentwicklungen laufen als geplante Pakete daneben.
Für den Betrieb selbst, also Server, Updates, Monitoring und Backups, bieten wir mit unserer Hosting-Betreuung die passende Ergänzung an, wenn Sie den Betrieb nicht selbst verantworten möchten.
Was sollten Sie dem neuen Dienstleister bereitstellen?
Je vollständiger Ihre Unterlagen sind, desto schneller und günstiger wird die Übernahme. Fehlende Zugänge sind der häufigste Grund, warum ein Audit statt drei Tagen plötzlich zwei Wochen dauert. Die folgende Übersicht können Sie direkt als Checkliste verwenden.
| Bereich | Was konkret | Warum es wichtig ist |
|---|---|---|
| Quellcode | Vollständiger Code inklusive Git-Historie oder als Archiv vom Server | Grundlage für jede Analyse und jede Änderung |
| Repository | Zugang zu GitHub, GitLab, Bitbucket oder Speicherort im Haus | Zeigt, wer wann was geändert hat |
| Hosting und Server | Zugangsdaten zum Kundenkonto, SSH-Zugang, Serveradressen | Ohne Serverzugriff kein Deployment und kein Notfalleingriff |
| Domain und DNS | Registrar, Inhaberdaten, Zugang zur DNS-Verwaltung | Nötig für Umzüge, Zertifikate und E-Mail-Zustellung |
| Datenbank | Aktueller Dump, Zugangsdaten, Angabe der Datenbankversion | Ermöglicht eine Testumgebung mit realitätsnahen Daten |
| Externe Dienste | API-Schlüssel für Zahlung, Versand, Mailversand, Schnittstellen | Ohne Schlüssel funktionieren zentrale Abläufe nicht |
| Lizenzen | Kaufbelege für Plugins, Themes, Bibliotheken, Zertifikate | Vermeidet ungeklärte Nutzung und Folgekosten |
| Backups | Ort, Häufigkeit, Aufbewahrungsdauer, letzter Wiederherstellungstest | Bestimmt, wie viel Datenverlust im Ernstfall droht |
| Unterlagen | Verträge, Angebote, vorhandene Dokumentation, offene Fehlerlisten | Klärt Rechte, Pflichten und den bisherigen Stand |
| Fachwissen | Mitarbeiter, die das System täglich nutzen, als Ansprechpartner | Fachliche Abläufe stehen selten im Code |
Wenn einzelne Punkte fehlen, ist das kein Ausschlusskriterium. Fehlende Dokumentation lässt sich rekonstruieren, fehlende Zugänge oft über die Anbieter wiederherstellen. Es kostet nur zusätzliche Zeit, und genau diese Zeit sollten Sie im Angebot als eigene Position wiederfinden.
Was kostet es, bestehende Software übernehmen zu lassen?
In der Praxis besteht die Übernahme aus zwei Kostenblöcken: einer einmaligen Bestandsaufnahme, die sich gut als Festpreis kalkulieren lässt, und einer anschließenden monatlichen Wartungspauschale. Beides sollte vor Beginn schriftlich feststehen.
Als Erfahrungswert gilt: Das einmalige Code-Audit umfasst bei mittelgroßen Systemen zwei bis fünf Personentage. Ein seriöses Angebot nennt dafür einen Festpreis und ein klar beschriebenes Ergebnis, nämlich einen schriftlichen Bericht mit Risikoeinschätzung und Empfehlungen. Dass Sie nach dem Audit frei entscheiden können, ob und mit wem Sie weitermachen, sollte selbstverständlich sein.
Die laufende Wartung wird üblicherweise als monatliche Pauschale mit einem definierten Stundenkontingent, festen Reaktionszeiten und regelmäßigen Sicherheitsupdates vereinbart. Ein verbreiteter Orientierungswert, ebenfalls ein Erfahrungswert und keine feste Größe, liegt bei etwa 15 bis 25 Prozent der ursprünglichen Entwicklungskosten pro Jahr. Bei vernachlässigten Systemen liegt der Aufwand im ersten Jahr höher, weil Rückstände abgearbeitet werden, und sinkt danach spürbar.
Eine erste Hausnummer für Ihr System bekommen Sie in wenigen Minuten mit unserem Wartungskosten-Rechner. Wie sich die einzelnen Posten zusammensetzen und welche Stellschrauben es gibt, erläutern wir ausführlich im Beitrag zur Kalkulation von Softwarewartungskosten.
Ihre Software wartet niemand mehr?
Wir übernehmen bestehende Systeme in PHP mit Symfony oder Laravel, in JavaScript und TypeScript, in Python und in Java. Im kostenlosen Erstgespräch klären wir in rund 30 Minuten, welche Zugänge Sie sichern sollten, wie aufwendig die Übernahme voraussichtlich wird und was ein Wartungsvertrag bei Ihnen kosten würde. Unverbindlich und ohne Vorbedingungen.
Kostenloses Erstgespräch vereinbarenWann lohnt sich eine Übernahme nicht mehr?
Eine Übernahme lohnt sich nicht, wenn der Aufwand für Sicherheit und Betrieb dauerhaft höher wäre als eine Neuentwicklung oder wenn Sie die Software rechtlich gar nicht verändern dürfen. Diese Fälle sind seltener als befürchtet, kommen aber vor.
- Kein Zugriff auf den Quellcode: Liegt nur die kompilierte Anwendung vor und besteht kein Herausgabeanspruch, ist eine echte Weiterentwicklung ausgeschlossen. Dann bleibt nur die Ablösung.
- Technologie ohne Zukunft: Basiert das System auf einer Plattform, für die es weder Sicherheitsupdates noch verfügbare Entwickler gibt, wächst das Risiko mit jedem Monat weiter.
- Datenbestand nicht mehr belastbar: Wenn Datenstrukturen über Jahre widersprüchlich gewachsen sind und selbst einfache Auswertungen falsche Ergebnisse liefern, wird jede Erweiterung teurer als ein sauberer Neuaufbau.
- Fachlich am Bedarf vorbei: Bildet die Software Ihre heutigen Prozesse ohnehin nur noch mit vielen Umwegen und Excel-Listen ab, lösen Sie mit einer Übernahme das falsche Problem.
- Unklare Lizenzlage: Sind Komponenten im Einsatz, deren Herkunft und Lizenz sich nicht klären lassen, sollten Sie das Risiko nicht dauerhaft weitertragen.
Selbst in diesen Fällen ist ein sofortiger Neubau selten der beste erste Schritt. Sinnvoller ist meist, das System zunächst stabil und sicher zu halten und parallel schrittweise abzulösen. Wie das ohne Stichtagsrisiko funktioniert, beschreiben wir im Leitfaden zum Warten und Modernisieren von Legacy-Systemen. Für vollständige Migrationen steht Ihnen unser spezialisiertes Angebot Legacywerk zur Verfügung.
Wie verhindern Sie, dass sich die Situation wiederholt?
Der wirksamste Schutz besteht darin, dass alle Zugänge, das Repository und die Dokumentation dauerhaft bei Ihrem Unternehmen liegen und nicht beim Dienstleister. Diese Regel kostet nichts und macht jeden Dienstleisterwechsel zu einer Routineaufgabe statt zu einem Notfall.
- Konten auf Ihr Unternehmen: Hosting, Domain, Zahlungsanbieter und Mailversand laufen auf eine Firmen-E-Mail-Adresse und eine Firmenrechnungsadresse. Der Dienstleister erhält einen eigenen Zugang, den Sie jederzeit entziehen können.
- Repository in Ihrem Account: Das Git-Repository gehört in eine Organisation, die Ihrem Unternehmen gehört. Externe werden als Mitglieder eingeladen, nicht als Eigentümer.
- Dokumentationspflicht im Vertrag: Vereinbaren Sie, dass eine aktuelle Betriebsdokumentation Teil der Leistung ist und bei jeder Abnahme mitgeliefert wird. Ohne vertragliche Pflicht entsteht sie erfahrungsgemäß nie.
- Nutzungsrechte und Quellcode regeln: Halten Sie schriftlich fest, dass Sie den Quellcode erhalten und ihn auch durch Dritte bearbeiten lassen dürfen. Passende Formulierungen finden Sie in unserer Übersicht zu Musterklauseln für den Softwarewartungsvertrag.
- Offboarding vorab vereinbaren: Legen Sie fest, was bei Vertragsende übergeben wird und in welcher Frist. Ein halber Absatz im Vertrag erspart im Ernstfall Wochen.
Häufige Fragen
Können Sie Software übernehmen, die jemand anders geschrieben hat?
Ja, das ist ein regelmäßiger Teil unserer Arbeit. Wir beginnen mit einer Bestandsaufnahme, bringen das System in eine reproduzierbare Umgebung und übernehmen danach Wartung und Weiterentwicklung. Voraussetzung ist der Zugriff auf Quellcode und Umgebung sowie das Recht, die Software zu verändern.
Wie lange dauert es, bis wieder jemand Fehler beheben kann?
Kritische Störungen lassen sich oft schon während der Bestandsaufnahme entschärfen. Für den geordneten Regelbetrieb mit Testumgebung, Versionskontrolle und Dokumentation sollten Sie erfahrungsgemäß zwei bis sechs Wochen einplanen, abhängig von Größe und Zustand des Systems.
Was ist, wenn wir den Quellcode nicht finden?
In vielen Fällen liegt der Code noch auf dem Produktivserver und lässt sich von dort sichern, wenn auch ohne Historie. Fehlt er vollständig und besteht kein Herausgabeanspruch, prüfen wir gemeinsam, ob eine Ablösung mit Datenübernahme der wirtschaftlichere Weg ist.
Übernehmen Sie auch den Betrieb der Server?
Auf Wunsch ja. Neben Wartung und Weiterentwicklung bieten wir die laufende Betreuung von Servern inklusive Updates, Monitoring und geprüften Backups an. Sie können den Betrieb aber auch bei Ihrem bisherigen Anbieter belassen.
Welche Technologien übernehmen Sie?
Schwerpunkte sind PHP mit Symfony und Laravel, JavaScript und TypeScript, Python sowie Java. Für sehr alte Plattformen und vollständige Migrationen arbeiten wir über unser spezialisiertes Angebot Legacywerk. Ob Ihr System dazu passt, klären wir im Erstgespräch in wenigen Minuten.
Fazit
Ein nicht mehr erreichbarer Entwickler ist ein unangenehmer, aber lösbarer Zustand. Entscheidend ist die Reihenfolge: erst Zugänge, Daten und Quellcode sichern, dann die vertragliche Lage prüfen, danach mit einer strukturierten Bestandsaufnahme einen neuen Dienstleister einbinden. Ein Neubau ist fast nie der erste und selten der günstigste Schritt. Was einmal funktioniert hat, lässt sich in aller Regel weiterbetreiben, absichern und weiterentwickeln.
Wenn Ihre Software gerade ohne Betreuung dasteht, sollten Sie nicht warten, bis der erste größere Ausfall kommt. Vereinbaren Sie ein kostenloses Erstgespräch oder schreiben Sie uns über das Kontaktformular. Wir sehen uns Ihre Situation an und sagen Ihnen ehrlich, ob sich eine Übernahme lohnt oder ob ein anderer Weg für Sie sinnvoller ist.