Doğan Ucar
Doğan Uçar
Geschäftsführer

„99,9% Verfügbarkeit" klingt nach nahezu lückenlosem Betrieb - bedeutet aber 8,76 Stunden Ausfall pro Jahr. Dieser Beitrag erklärt, was SLA-Prozente wirklich heißen, wie Verfügbarkeit gemessen wird und worauf kleine und mittlere Unternehmen beim Uptime-Monitoring achten sollten.

Wie viel Ausfallzeit bedeutet 99,9% SLA?

99,9% Verfügbarkeit bedeuten etwa 8,76 Stunden Ausfall pro Jahr - also rund 43,8 Minuten pro Monat. Jede zusätzliche Neun verkürzt die erlaubte Ausfallzeit um den Faktor zehn.

SLA Ausfall pro Jahr Ausfall pro Monat
99% ("zwei Neunen")ca. 3,65 Tageca. 7,3 Stunden
99,9% ("drei Neunen")ca. 8,76 Stundenca. 43,8 Minuten
99,99% ("vier Neunen")ca. 52,6 Minutenca. 4,4 Minuten
99,999% ("fünf Neunen")ca. 5,26 Minutenca. 26 Sekunden

Der Sprung von 99,9% auf 99,99% klingt klein, verlangt aber rund das Zehnfache an Zuverlässigkeit - und damit an Aufwand und Kosten. Für die meisten KMU sind „drei Neunen" ein realistisches, wirtschaftlich sinnvolles Ziel.

Wie wird Verfügbarkeit gemessen?

Verfügbarkeit ist das Verhältnis von Betriebszeit zur Gesamtzeit: Uptime geteilt durch die Summe aus Uptime und Downtime, multipliziert mit 100. Entscheidend ist dabei, was als Ausfall zählt und wie oft gemessen wird.

Zwei Details verändern das Ergebnis erheblich. Erstens das Prüfintervall: Wer nur alle fünf Minuten prüft, übersieht kürzere Ausfälle komplett. Zweitens die Definition von "verfügbar": Zählt schon ein HTTP-200 als Erfolg, oder muss die Seite auch inhaltlich korrekt und schnell genug antworten? Ein Server kann erreichbar sein und trotzdem Fehlerseiten ausliefern.

Warum reine Uptime nicht ausreicht

Reine Erreichbarkeit sagt wenig über die tatsächliche Nutzererfahrung aus. Ein Dienst kann „online" sein und trotzdem unbrauchbar, wenn Antwortzeiten in die Höhe schnellen oder einzelne Funktionen ausfallen.

Sinnvolles Monitoring prüft daher mehr als nur „erreichbar ja/nein": Antwortzeiten, HTTP-Statuscodes, Zertifikatsgültigkeit und - bei Bedarf - ob eine Seite den erwarteten Inhalt liefert. Welche Kennzahlen sich dafür eignen, behandelt der Beitrag Server-Überwachung: welche Metriken KMU wirklich brauchen.

Worauf sollten KMU beim Uptime-Monitoring achten?

  1. Kurzes Prüfintervall wählen: Je häufiger geprüft wird, desto genauer die Verfügbarkeitszahl und desto schneller die Alarmierung.
  2. Sinnvolle Alarmierung einrichten: Benachrichtigungen sollten schnell ankommen, aber nicht bei jedem kurzen Aussetzer Fehlalarm auslösen.
  3. Extern und unabhängig messen: Ein Monitoring, das auf demselben Server läuft, fällt mit ihm zusammen aus. Prüfen Sie von außerhalb.
  4. Datenschutz beachten: Monitoring-Daten sind ein Abbild Ihrer Infrastruktur. Wählen Sie eine Lösung, die diese Daten nicht an Dritte weitergibt.

Gerade der letzte Punkt wird oft übersehen. Warum Monitoring-Daten schützenswert sind und welche datenschutzfreundlichen Alternativen es gibt, lesen Sie im Beitrag Server-Monitoring ohne Cloud.

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